Freitag, 10. August 2012

Die Energiewende erfordert neue Speicherkapazitäten. Zahlreiche Pumpspeicherkraftwerke mit kommunaler Beteiligung in Planung.

Die Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien erfordert zusätzliche Speicherkapazitäten in Deutschland. Stromerzeugung aus Windenergie und Solarenergie unterliegt natürlichen Schwankungen, wodurch Energiespeicherung notwendig wird.

Um Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Deutschland zu gewährleisten, muss mit steigendem Anteil von Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien auch die vorhande Speicherkapazität erhöht werden. Der genaue Bedarf an Speicherkapazität ist von vielen Faktoren und Entwicklungen abhängig, wodurch auch die verschiedenen Expertenschätzungen, je nach Berechnungsgrundlage, stark variieren. Die Spanne reicht von 0,5 bis 8 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs, bei einer vollständigen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien.

Ein Teil dieser benötigten Speicherkapazität muss in Form von Kurzzeitspeichern, wie Pumpspeicherkraftwerke, zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund laufen mittlerweile vielerorts die Planungen für neue Pumpspeicherkraftwerke auf Hochtouren. Erfreulich hierbei ist der steigende Anteil von kommunalen Stromversorgern, wie Stadtwerken, die sich an den Neubauprojekten für Pumpspeicherkraftwerke beteiligen. Dies führt zu einer verstärkten Dezentralisierung der Stromerzeugungslandschaft in Deutschland.

Geplante Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland

  1. Pumpspeicherkraftwerk Schmalwasser, Stadtwerke-Netzwerk Trianel und Thüringer Fernwasserversorgung, 1000 MW.
  2. Pumpspeicherkraftwerk Riedel, Donaukraftwerk Jochenstein AG, 300 MW.
  3. Pumpspeicherkraftwerk Rio, Stadtwerke Trier, 300 MW.
  4. Pumpspeicherkraftwerk Rur, Stadtwerke-Netzwerk Trianel, 640 MW.
  5. Pumpspeicherkraftwerk Nethe, Stadtwerke-Netzwerk Trianel, 390 MW.
  6. Pumpspeicherkraftwerk Blautal, Stadtwerke Ulm/Neuulm, 60 MW.
  7. Pumpspeicherkraftwerk Forbach, EnBW und Stadt Baden-Baden, 270 MW.
  8. Pumpspeicherkraftwerk Heimbach, Stadtwerke Mainz, 600 MW.
  9. Pumpspeicherkraftwerk Einöden, Pumpspeicherwerk Einöden GmbH, 150 MW.
  10. Pumpspeicherkraftwerk Wohlverwahrt, Barbara Erzbergbau GmbH, 150 MW.
  11. Pumpspeicherkraftwerk Atdorf, Schluchseewerk AG, 1400 MW.

Pumpspeicherkraftwerk Atdorf hat verhältnismäßig geringen Flächenbedarf


Die fortschreitende Flächeninanspruchnahme in Deutschland ist ebenso wie der Klimawandel ein großes Umweltproblem. Die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV), wozu auch Betriebsstätten zählen, in Deutschland beträgt ca. 78 ha oder etwa 9 m²/Sekunde (Stand 2011).

Jeder Quadratmeter zusätzliche SuV bedeutet einen Lebensraumverlust für Tiere und Pflanzen in gleicher Höhe. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung das umweltpolitische Ziel den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 ha/Tag zu reduzieren.

Um dieses Ziel erreichen zu können bedarf es einer sorgfältigen Planung bei notwendigen Bauvorhaben, um die unvermeidbare Flächeninanspruchnahme möglichst gering zu halten.

Das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf wird eine Fläche von etwa 130 ha in Anspruch nehmen, bei einer Nennleistung von 1400 MW.

Die geplanten Pumpspeicherkraftwerke Riedel, Rio, Nethe, Blautal und Einöden kommen zusammen auf eine Nennleistung von 1200 MW und werden eine Fläche von insgesamt ca. 280 ha verbrauchen.

Diese Tatsache zeigt deutlich auf wie gut der Standort Atdorf für ein Pumpspeicherkraftwerk geeignet ist. Bei einer Mehrleistung von 200 MW gegenüber den fünf vorgenannten Pumpspeicherkraftwerken zusammen, beträgt der Flächenbedarf weniger als die Hälfte.

Noch deutlicher wird die gute Standortwahl im Sinne eines geringen Flächenverbrauchs für das PSW Atdorf durch den direkten Vergleich mit dem Standort für das PSW Rio. Bei annähernd gleichem Flächenbedarf erzielt das PSW Atdorf fast die fünffache Nennleistung.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf den Flächenverbrauch für notwendige Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland um etwa 500 ha reduzieren kann, wenn es am geplanten Standort gebaut wird.

Setzt man nun Flächenverbrauch mit Umweltzerstörung gleich, bedeutet dies folgendes:


Wird das PSW Atdorf nicht wie geplant gebaut und muss die im Rahmen der Energiewende notwendige Speicherkapazität an Standorten wie dem des geplanten PSW Rio umgesetzt werden, bedeutet dies eine fünf mal größere Umweltzerstörung durch unnötigen Flächenverbrauch in anderen Regionen Deutschlands.

Donnerstag, 2. August 2012

Ortsgruppe B 90 / Die Grünen Wehr begreift offenbar die Zusammenhänge der Energiewende nicht

Fast jeder in Deutschland ist für den Atomausstieg und fast jeder in Deutschland ist für die Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien. Atomausstieg und Energiewende sind Volkeswille.

Die Umsetzung von Atomausstieg und Energiewende ist ein gigantisches Projekt aus Umstrukturierung und Neubau. Die tragenden Säulen der Energiewende sind die Energieformen Windenergie und Sonnenenergie. Beide Energieformen sind in ausreichender Menge vorhanden um ganz Deutschland mit Strom zu versorgen, der in Solar- und Windkraftanlagen produziert werden kann.

Daher bedeutet "Umsetzung der Energiewende" zu allererst einmal Neubau von Kraftwerken zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Der nächste Punkt ist dann die Verteilung des erzeugten Stroms hin zu den Verbrauchern. Dazu ist der Neubau von zusätzlichen Stromtrassen zur Anbindung der neuen Kraftwerke an das Stromverteilungsnetz notwendig.

Unvermeidbar sind hierbei Eingriffe in Natur und Landschaftbild, die natürlich so gering wie irgend möglich gehalten werden müssen. Es gilt hier das richtige Maß zwischen Ökologie und Ökonomie zu finden, keinesfalls jedoch darf es zur Behinderung oder gar Verhinderung von dringend notwendigen Bauvorhaben im Rahmen der Energiewende kommen.

Ein Leitsatz der Energiewende lautet "Gemeinwohl vor Eigennutz". Bei einem Projekt von so hoher gesellschaftlicher Bedeutung wie der Energiewende, müssen egoistische Eigen- und Anrainerinteressen Einzelner immer hinten anstehen.

Ein solches Beispiel ist das geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf. Die Notwendigkeit zum Neubau solcher Speicherkraftwerke, im Rahmen der Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien, wird von Energieexperten in der ganzen Welt bejaht.

Pumpspeicherkraftwerke können in Deutschland nur an sehr wenigen Standorten gebaut werden und diese Möglichkeiten müssen zu 100 Prozent genutzt werden.

Seit bekannt werden des Bauvorhabens durch den Investor Schluchseewerk AG laufen die lokalen Grünen im Landkeis Waldshut Sturm gegen das Neubauprojekt und wollen es mit allen Mitteln verhindern.

Ein Hauptargument der Grünen in Waldshut ist "Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland braucht kein Mensch, sie dienen nur zur Veredelung von Atomstron". Das aber gerade ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende die Abschaltung der Atomkraftwerke ist, haben die Grünen im Kreis Waldshut offenbar nicht realisiert.

Gebetsmühlenartig wird ständig dieses "Argument" vorgebracht und man erkennt nicht die Unsinnigkeit des eigenen Arguments. Niemand investiert mehr als 1,5 Milliarden Euro in eine Industrieanlage zur Veredelung von Atomstrom, wenn es in Kürze keinen Atomstrom mehr gibt.

Nun äussern sich die Grünen der Ortsgruppe Wehr am 02.08.2012 gegenüber der Badischen Zeitung zum Pumpspeicherkraftwerk Atdorf. In den ersten einleitenden Sätzen lassen die Grünen aus Wehr keinen Zweifel darüber, dass das PSW Atdorf abgelehnt wird.

Zwei Sätze später heißt es "...gegen Pumpspeicherwerke sei eigentlich nichts einzuwenden, jedoch sind die Eingriffe in die Natur nicht vertretbar". Das kein Pumpspeicherkraftwerk, egal an welchen Standort, ohne Eingriffe in Natur und Landschaft gebaut werden kann, haben die Grünen in Wehr offenbar übersehen.

Widersprüchlicher und unsinniger kann eine Aussage wohl kaum sein.

Entweder ich sage "Pumpspeicher lehne ich wegen der zu großen Eingriffe in Natur und Landschaft grundsätzlich ab", denn ohne geht es nicht. Oder ich sage "Pumpspeicherkraftwerke sind für die Umsetzung der Energiewende notwendig und ich toleriere die notwendigen Eingriffe in Natur und Landschaft mit Blick auf das große Ganze".

Eine sinngemäße Aussage wie "... Pumpspeicherkraftwerke finde ich gut, aber baut es ohne Eingriff in die Natur" sind einfach purer Unsinn.

Gleiches gilt für die nächste Aussage der Grünen in Wehr gegenüber der BZ in diesem Zusammenhang.

"... Off-Shore-Windparks in der Nordsee sind energiepolitisch für den Südschwarzwald unerheblich" sagen die Wehrer Grünen. Das dort im Rahmen der Energiewende in den nächsten Jahren eine Nennleistung von 25 Gigawatt installiert wird, die in Sekundenbruchteilen den Südschwarzwald erreicht, ist alles andere als energiepolitisch unerheblich. Schon die Hälfte dieser 25 GW Nennleistung aus sauberer und ungefährlicher Windenergie macht alle deutschen Atomkraftwerke überflüssig.

Diese Umstrukturierung "Windenergiekraftwerke in der Nordsee ersetzen Atomkraftwerke" ist eine der herausragenden energiepolitischen Ziele der Energiewende.

Weiterhin kann jedes im Offshore Bereich der Nordsee gebaute Windkraftwerk den Schwarzwald vor einer Zerstörung des Landschaftsbildes durch örtliche Windkraftanlagen, auch im Südschwarzwald, bewahren.

Weiters kritisieren die Grünen in Wehr den Investor Schluchseewerk AG für die Aussagen "... durch den Kraftwerksbau entstehen Arbeitspläzte" und "... im Bereich Tourismus wird Geld fließen...".

Was anderes als das vom Investor gesagte soll denn eintreten ?

Meinen die Grünen in Wehr der Neubau einer Industrieanlage für mehr als 1,5 Milliarden Euro zerstört Arbeitsplätze, wohl kaum. Das der Tourismussektor allein schon durch die mehrjährige Bauzeit einen gewaltigen Boom in der Region erleben wird, sollte eigentlich jederman klar sein.

Das nach der Fertigstellung ein anhaltender Industrie und Besichtigungstourismus vorhanden sein wird, ist auch kein Kaffeesatz lesen. Jede Talsperre mit ihren großen Staumauern war schon zu jeder Zeit an Anziehungspunkt für Touristen aus nah und fern. Dies wird sich beim Haselbecken auch nicht anders darstellen, im Gegenteil.

Das nach alledem die Landesgrünen in Baden-Württemberg, mit ihrer gegenteiligen Sicht zum Projekt PSW Atdorf, nicht gut auf die Grünen in Kreis Waldshut-Tiengen zu sprechen sind, kann niemanden ernsthaft verwundern.

Die lokalen Grünen unter Führung der Kreisvorsitzenden Cremer-Ricken im Kreisverband Waldshut-Tiengen torpedieren massiv die parteipolitischen Ziele der Grünen in Baden-Württemberg in Bezug auf die Energiewende und den Atomausstieg. Selbst die erst kürzlich auf dem Landesparteitag der Grünen in BW mit großer Mehrheit verabschiedeten Beschlüsse zur Energiewende, werden vom Grünen Kreisverband Waldshut rigoros mißachtet.

Das die Waldshuter Grünen mit ihrer Haltung zur Energiewende immer mehr an politischer Glaubwürdigkeit für die Gesamtheit der Grünen in BW verspielen, wird sicher früher oder später zu personellen Veränderungen im Kreisverband Waldshut führen.

Bei der kommenden Bundestagswahl im nächsten Jahr wird eine Grüne Spitzenkandidatin Namens Cremer-Ricken zu einem Erdrutsch der Wählerstimmen für die Grünen im Kreis Waldshut führen. Ein Wählerstimmenanteil von deutlich mehr als 5 Prozent dürfte kaum zu erwarten sein.

Den "Bock zum Gärtner" machen die Grünen der Ortsgruppe Wehr mit der Ankündigung, sich in Zukunft zum Thema Pumpspeicherkraftwerk Atdorf von der Bürgerinitiative Unruheforscher informieren und beraten zu lassen.

In diesem Fall informiert dann die Fraktion "kurzsichtiger Ideologe" die Fraktion "denkt nicht weit genug" und fusioniert dann zur Fraktion "wir verstehen das Thema nicht".

Auf der anderen Seite findet aber vielleicht auch keine Fusion statt, da man als aussen stehender Betrachter ohnehin den Eindruck hat, die Waldshuter Grünen ziehen in der Bürgerinitiative Unruheforscher die Fäden. Ist doch deren erster Vorsitzender Stöcklin ebenfalls ein Waldshuter Grüner.

Völlig unstrittig hat die Partei Bündnis 90 / Die Grünen in ihrer Gesamtheit einen maßgeblichen Anteil am fast explosionsartig eingeleiteten Atomausstieg und der damit zusammenhängenden Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien.

Über Jahrzehnte hinweg und unermüdlich haben die Grünen beide Themen ständig aktuell gehalten und so die Bevölkerung sensibilisiert. Mit dem Eintreten des Reaktorunglücks in Japan gab es praktisch nur noch die energiepolitische Option Atomausstieg und Ausbau der Erneuerbaren Energien. Jede andere Entscheidung wäre mit hoher Sicherheit der politische Genickbruch der Regierungsparteien gewesen.

Diese Zusammenhänge werden so sicher auch in die deutschen Geschichtsbücher Einzug halten. Die Kanzlerin der Energiewende und des Atomausstieges ist nicht Angela Merkel, sondern in diesem besonderen Fall heißt der Kanzler und Verdienstträger Bündnis 90 / Die Grünen als Partei.

Sehr schnell können die Grünen aber auch als "Partei der gespaltenen Zunge" in die Geschichtsbücher eingehen. Seit bestehen der Grünen Partei ist diese das Sinnbild für Atomausstieg und Verbesserung der Umweltbedingungen, hierfür bekommen die Grünen das Wählervotum in erster Linie.

Macht nun das Beispiel der lokalen Waldshuter Grünen Schule und werden die Kreisverbände und Ortsgruppen der Partei Bündnis 90 / Die Grünen zum Bremsklotz von Atomausstieg und Energiewende, ist das Wahlbetrug in bisher nicht gekannter Dimension.

Im Falle des Pumspeicherkraftwerkes Atdorf und vielen weiteren notwendigen Bauprojekten zur Umsetzung der Energiewende, muss man von jedem Grünen Lokalpolitiker eine lösungsorientierte partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Investor erwarten.

Grüne Lokalpolitiker als "Wachhunde" über eine möglichst Natur- und Umweltschonende Umsetzung von Bauprojekten im Rahmen der Energiewende sind sicher eine gute Sache.

Grüne Lokalpolitiker die sich den Investoren als "Bissige Kettenhunde" entgegenstellen und diese völlig überzogen und aggressiv angreifen, braucht das Land mit Sicherheit nicht.

Die Grüne Partei sollte die Fraktion "bissige Kettenhunde" schnell und rigoros Aussortieren, ansonsten werden alle kommenden Wahlen ein Supergau für die Bündnis-Grünen.

Zumindest im Landkreis Waldshut hat der politische Gegner mit dem PSW Atdorf das Werkzeug in der Hand um die Waldshuter Grünen so fest an die Wand zu nageln, dass sich diese nicht mehr selbst befreien können.