Dienstag, 31. Juli 2012

Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen befürwortet besondere Förderung von Pumpspeicherkraftwerken

"Grüne machen Druck bei Energiewende", so lautete einer der Leitsätze vom Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg. Dieser Leitsatz führte dann auch am 23.06.2012 auf dem kleinen Parteitag in Heilbronn zu einem Beschluss zur Beschleunigung der Energiewende, der im wesentlichen auf zehn Bausteine setzt.

"Grüne machen schon länger Druck bei Energiewende", so lautet ein Leitsatz vom Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Waldshut-Tiengen schon seit geraumer Zeit. Auch die lokalen Grünen im Kreisverband Waldshut haben einen Beschluss zur Energiewende gefasst, nur will dieser Beschluss die Energiewende nicht beschleunigen sondern ausbremsen.

Während sich "Baustein 4" der Landesgrünen klar zur Notwendigkeit von Pumpspeicherkraftwerken (PSW) bekennt und sogar dessen spezielle Förderung befürwortet, haben die Waldshuter Grünen genau das gegenteilige Anliegen. Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen in Waldshut-Tiengen verneint die Notwendigkeit von Pumpspeicherkraftwerken zur Energiewende explizit und unternimt große Anstrengungen um das geplante PSW Atdorf im Kreis Waldshut zu verhindern.

Die Gegenargumentation der Waldshuter Grünen zum PSW Atdorf setzt sich auch aus einer ganzen Reihe von Bausteinen zusammen, die jedoch im Gegensatz zu den 10 Bausteinen der Landesgrünen in Baden-Württemberg mehr oder weniger als "Sinnfrei" einzustufen sind.

Diese bei ganzheitlicher Betrachtungsweise der Energiewende festzustellende "Sinnfreiheit der Argumente" bei den Waldshuter Grünen ist sicherlich auch ein maßgeblicher Grund für die fehlende Unterstützung der Waldshuter Grünen durch die lokale Bevölkerung, was das geplante Pumpspeicherkraftwerk angeht.

Wesentlich mehr Anerkennung und Befürworter in der Bevölkerung dürften die "Zehn Bausteine zur beschleunigten Energiewende" der Landesgrünen in Baden-Württemberg nach sich ziehen. Das Gesamtwerk zur Beschleunigung der Energiewende wirkt wirklich gut durchdacht, fördert neue Denkweisen und Strukturen in der Energieerzeugung und geht in fast allen Punkten mit der geläufigen Expertenmeinung in den verschiedenen Teilbereichen konform.

Gewisse Probleme sind beim Baustein 2 "Windland Baden-Württemberg" in Bezug auf Bevölkerungsakzeptanz, Sinnhaftigkeit und lokaler Widerstand zu erwarten. Die Vision Windland Baden-Württemberg (BW) hört sich im Zusammenhang mit der Energiewende sicher schön an, jedoch ist BW kein Windland im Sinne von hohen Windenergiepotentialen. Dies sind vielmehr die küstennahen norddeutschen Bundesländer, insbesondere im Offshorebereich.

Überall dort wo der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region ist, sollten keine Windkraftanlagen gebaut werden. Die Wahrscheinlichkeit das ein durch Windkraftanlagen zerstörtes Landschaftsbild zu erheblichen Umsatzeinbrüchen im Tourismussektor führt, ist als hoch anzusehen.

Dies betrifft insbesondere die Schwarzwald Region mit Ihrem naturnahen Landschaftsbild und dem damit einhergehenden hohen Erholungswert der Region. Bereits einfachste Fototests von Urlaubsregionen mit und ohne Windernergieanlagen zeigen deutlich, dass potentielle Urlauber ein Landschaftsbild mit Windkraftanlagen als mögliches Urlaubsziel ausschließen und in eine andere Urlaubsregion ausweichen würden.

Aus diesem Grund ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt die Errichtung von Windkraftanlagen im Schwarzwald kontraproduktiv, da mit hoher Wahrscheinlichkeit die Wertschöpfung aus touristischen Einnahmen in der Region sehr stark zurück gehen würde.

Natürlich haben auch die Küstenregionen von Nord- und Ostsee ein erhebliches Touristenaufkommen und auch dort ist der Tourismus ein gewichtiger Wirtschaftfaktor. Ein Offshore-Windpark hat jedoch in Bezug auf das Landschaftsbild einen herausragenden Vorteil. Bei einer hinreichend großen Entfernung zum Festland (ca. 40 km) wird er durch die Erdkrümmung für Strandurlauber unsichtbar.

Eine gut denkbare Alternative für Windkraftanlagen im Schwarzwald wäre ein "Offshore Windpark Schwarzwald" in der Nordsee, der von lokalen Investoren der Schwarzwaldregion betrieben wird. Neue "Stromautobahnen" in Nord-Süd und Ost-West Richtung sind für die Energiewende ohnehin notwendig.

Für ein solches Projekt würde sich ausgezeichnet der "Baustein 5" der Landesgrünen BW eignen. Regionale Investoren der Schwarzwaldregion in engem Schulterschluß mit der EnBW wären eine ideale Kombination zur Errichtung eines solchen Windparks und es würde zudem eine weitere Dezentralisierung der Stromerzeugung stattfinden.

Erst wenn alle Möglichkeiten von Offshore-Windparks an den deutschen Küsten erschöpft sind, sollte ein weiterer nennenswerter Ausbau von Onshore Anlagen erfolgen, falls überhaupt notwendig.

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